Monika Niehaus, Mangrovia - Abenteuer im Wilden Wald

… Mangrovia zeichnet sich auf vielfältige Weise aus: durch eine spannende Geschichte; eine exotische, staunenswerte Welt; einen warmherzigen Stil; und nicht zuletzt durch eine übersprühende Phantasie, die dem Text fast in jedem Ansatz neue Überraschungen verleiht. Der Roman ist eine wunderbare Lektüre, und das nicht nur für Kinder.

Fantasia 681e - Magazin für Phantastik

Manfred Lange, Das Münstertal im Wandel der Zeit

Die ältesten Fotografien stammen aus einer Zeit, als diese Technik noch jung war. In Langes Band dürften einige der ältesten Fotos zu sehen sein, die überhaupt in dem Schwarzwaldtal gemacht wurden. … Im Zeitalter der digitalen Bilderflut kaum mehr vorstellbar, waren Fotografien zur damaligen Zeit kleine Kostbarkeiten. So erklärt sich auch, weshalb in dem Bildband nur wenige Landschaftsaufnahmen zu sehen sind. Das teure Fotomaterial verschwendete man damals nicht für vermeintlich oder tatsächlich Alltägliches. Vor allem wurde der Fotoapparat eingesetzt, um die familiäre Situation zu dokumentieren. Manfred Lange vermied es indes, das gut 100 Seiten starke Buch nur mit Familienaufnahmen zu füllen. In dem Band finden sich auch historische Aufnahmen aus der Arbeitswelt des Münstertals. Alte Gasthöfe sind ebenso dokumentiert wie Eindrücke aus dem Schul- und Vereinsleben. Beim aufmerksamen Durchblättern erschließt sich die ungeheure Fleißarbeit, die der Autor hier geleistet hat.

Alexander Huber in: Badische Zeitung vom 22.11.2014

Ralf Kurz, Der Diplomat

Dem Autor gelingt es, den Leser mit einer unaufdringlichen, gar nicht barocken und doch anspruchsvollen Sprache in die Welt des Rokoko einzuführen. Die Hauptpersonen, der „Diplomat“ Johann Christian von Hofenfels (1744-1787), Sohn des Kuseler bzw. Dielkirchener Pfarrers und Oberkonsistorialrats Johann Jakob Simon, seine Frau „Riki“ und Karoline von Esebeck erhalten eine plastische Gestalt, fast gegenwartsnah. Der Leser findet sich mühelos in der Zeit des ausklingenden Ancien Regime zurecht. Auch in der Romanform vernachlässigt Kurz keinesfalls die historische Gewissenhaftigkeit und stützt sich dabei auf die 1934 abgelegte Münchener Inauguraldissertation von Herta Mittelberger über seinen Titelhelden. Hofenfels erscheint als verantwortungsbewusster Finanzminister in einem hoffnungslos überschuldeten Staatswesen und muss sich mit den Hofintrigen und insbesondere der Bauwut seines Dienstherrn auseinandersetzen. Er wechselt ins diplomatische Fach, forciert die Idee eines Fürstenbundes gegenüber dem Kaiserhaus, reist nach Paris, Potsdam, München und Wien und gilt mit Hilfe der Preussischen Diplomatie als Retter des bayerischen Staates, den zugunsten eines wittelsbachischen Staatswesen zwischen Flandern und dem Oberrhein Kurfürst Karl Theodor aufzugeben bereit war. Der Friede von Teschen gilt als diplomatisches Kunstwerk und ist unter Beteiligung von Hofenfels' zustandegekommen. Bezüglich der Einordnung von Teschen unterläuft dem Autor ein einziger sachlicher Fehler, denn Teschen gehörte nicht zu Mähren, sondern lag in Österreich-Schlesien. Er schmälert nicht den Eindruck eines sorgfältig editierten Buches: ein großer Roman!

Friedhelm Hans in: Blätter für pfälzische Kirchengeschichte 79 (2012)

Werner Kästle, Entlang der Dreisam und in die Gebiete ihrer Zuflüsse

Werner Kästle aktualisiert nicht nur immer wieder seine beliebten Wanderführer, die er seit 1976 im Schillinger Verlag veröffentlicht. Er wartet jetzt auch mit einem neuen Band auf, der mit 32 Wandervorschlägen die Dreisam und die Gebiete ihrer Zuflüsse beschreibt, in gewohnter Manier mit vielen Hinweisen auf geschichtliche, geologische, botanische und heimatkundliche Besonderheiten. So ist es nicht verwunderlich, dass er für die 32 Touren ganze 300 lesenswerte Seiten braucht. Gelegentlich wird daran herumgemäkelt, dass Werner Kästle seine Touren mit den handgemalten Tourenskizzen wie vor 36 Jahren versieht. Aber es sind auch diese detailverliebten Skizzen, die den Reiz seiner Bücher ausmachen, und was zählt: Sie stimmen.

In „Der Schwarzwald“, Monatszeitschrift des Schwarzwaldverein e.V., Heft 1/2013.

Mehr als ein Wanderführer

Unser unermüdlicher, sachkundiger, wanderfreudiger Kollege Werner Kästle hat einen neuen Wanderführer verfasst: Entlang der Dreisam und in die Gebiete ihrer Zuflüsse lautet der etwas umständliche Titel, aber das Büchlein hält, was es verspricht: Die 32 sauber ausgearbeiteten Touren erschließen das Gebiet von den Höhen des Schwarzwalds bis zum Kaiserstuhl. Das ist viel mehr als ein Wanderbuch, das ist ein Schatzkästlein. eine „Heimatkunde“ im besten Sinne. Sehr zu empfehlen (lesenswert auch für Menschen, denen das Wandern zu beschwerlich geworden ist)!

In „Aktiver Ruhestand“, Nr. 1-2013, herausgegeben vom Fachbereich Seniorenpolitik der GEW Landesverband Baden-Württemberg

Birgit Hermann, Geigenholz - ein Schwarzwaldroman

Birgit Hermann verfolgt mit Interesse das Leben der Schwarzwälder Geigenbaufamilie Straub, die sich der Kunst des Geigenbaus über sechs Generationen hinweg widmete. Simon Straub verzierte das Ende des Wirbelkastens der Violine mit einem Löwenkopf, das ist ein Erkennungsmerkmal der Straubgeige. Anhand dieser recherchierten Familienchronik verfasste sie einen phantasievollen und spannenden Schwarzwaldroman, der das Schicksal der Familie Simon Straub beleuchtet.

Der Geigenbauer Simon Straub, der historischen Daten zufolge vor 1668 in Friedenweiler geboren wurde und in Langenordnach, im heutigen Gasthaus Löwen, und später in Rudenberg gelebt hat, schloss sich zwei Wandergesellen an. Sie wollten Richtung Süden über die Alpen reisen, aber der Winter hielt sie noch in Ortschaften unterhalb der Alpen fest. Er erhoffte sich, sein Wissen über den Geigenbau mit dieser Reise zu erweitern. Schlaflose Nächte mit schrecklichen Träumen sprachen ihm ins Gewissen, wie er seine Familie bei seinem Bruder, mit den anstehenden Feldarbeiten alleine zurücklassen konnte. Seine Frau Agathe, die die Magd auf seines Bruders Hofe war, konnte nicht ahnen, wie lange seine Wanderung werden sollte. Straubs Ziel ist Cremona, dort erhofft er sich, das Geheimnis der Stradivaris und Guaneris zu ergründen, allerdings wird er sein Ziel nie erreichen. Parallel dazu erzählt Hermann die Geschichte der zu Hause gebliebenen Frau.

Der Roman gibt mit hintergründigem Humor und vielen spannenden Episoden einen tiefen Einblick in das Leben im 18. Jahrhundert. Menschen waren abhängig von der Natur und ihrer Feldarbeit. Machtlos war man gegen viele Krankheiten. Lebhaft beschreibt die Autorin auch den Neid und den harten Konkurrenzkampf unter den Geigenbauern, was zuweilen in der Zerstörung der Werkstücke und in Prügeleien endete.

Friederike Tröndle in „Badische Zeitung“, 28. März 2013

Werner Kästle, Wanderführer Staufen - Münstertal - Sulzburg - Wiedener Eck - Belchen

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Werner Kästle stets mit Notizblock und Kamera im Landkreis Berisgau-Hochschwarzwald unterwegs. Inzwischen sind acht Wanderführer aus der Feder des 82-Jährigen im Schillinger Verlag erschienen. Inhaltlich bringt die inzwischen auf 292 Seiten angewachsene Neuauflage eine Fülle an Zugaben. Als langjährig tätiger Pädagoge erwähnt Kästle auf seinen Wanderrouten nicht nur die zu erwartenden Ausblicke und Einkehrmöglichkeiten am Wegrand; vielmehr geht er als Wanderer, Spaziergänger und Wanderführer mit wachen Sinnen durch die Heimat im südlichen Schwarzwald und gibt wertvolle Tipps auf die Sehenswürdigkeiten am Weg. Leicht erweitert wurden die Wandervorschläge in der neuen Auflage von 30 auf 34, versehen mit grafisch gut verständlichen Wegskizzen.

Badische Zeitung vom 23. August 2014

Naturerlebnis Rheinauen

… Viele Jahre lang hat der Autor Thomas Kaiser an diesem eindrucksvollen Bilderbuch zur Auenlandschaft zwischen der Petite Camarque Alsacienne bei St. Louis und Straßburg gearbeitet. Wo die Fotos ins Große gehen, versuchen sie nicht Strukturen zu schaffen, wo keine sind, sondern überlassen sich den durch Farbe und Hell-Dunkel-Kontraste hervorgerufenen Stimmungen. Die Wirkung ist mitunter unglaublich: Wo der Lianenwald nahe dem elsässischen Schönau im Sommer als fettgrüner Dschungel erscheint, verzaubert ihn winterlicher Frost in eine Märchenhöhle. Doch Kaiser überlässt sich keineswegs nur den Stimmungen des Auenchaos'. Sein Buch ist wohlgeordnet: zum einen nach den Lebensräumen Wald, Wasser und Wiese, zum anderen nach den Jahreszeiten, die die Feuchtgebiete ungeheuer stark zu verwandeln vermögen. Hier gewinnt das Buch seine zweite Stärke in den Nahaufnahmen, mit denen Kaiser eine kleine Einführung in die Tier- und Pflanzenwelt längs des Rheins bietet. Das Ganze erzählt von der großen Intensität, mit der Kaiser sich die Auenlandschaft in den vergangenen 20 Jahren zum Thema gemacht hat. Der Bildband ist die eindrucksvolle Dokumentation einer Sehnsuchtslandschaft, die in ihrer Naturnähe bekanntlich immer gefährdet ist. Deswegen wünscht man diesem Fotobuch viele Betrachter, aber den Rheinauen selbst keinen Massenandrang. Entsprechend kommt der Mensch in Kaisers Fotos auch nicht vor - nur alte Kähne verraten seine gelegentliche Anwesenheit. Dabei sollte es möglichst auch bleiben.

(Wulf Rüskamp in der Badischen Zeitung)