Ruth Gleissner-Bartoldi

Die Reise nach Morgenland

Der bald 80-jährige Orientalist Lennart Sievert sitzt am Krankenbett seiner Lebensgefährtin, der Übersetzerin Meret Ashley, die nach einem Herzinfarkt um ihr Leben kämpft. In der bedrückenden Einsamkeit der Intensivstation blickt er zurück auf die Geschichte ihrer späten Liebe, die wenige Jahre vorher unterhalb der Burgruine im südbadischen Heilbad Badenweiler begonnen hatte: mit einem Wortwechsel zwischen dem „Herrn Nicht-Kurgast“ und „Madame von der Bank“. Wider Willen sehen sich beide noch am selben Abend wieder und entdecken eines Tages, dass sich zwischen ihnen mehr entwickelt, als man es üblicherweise von Menschen jenseits der biblischen 70 erwartet. Eingepackt in diese humorvoll-ironisch erzählte Liebesgeschichte zweier eigenwilliger Senioren vor der malerischen Kulisse der „deutschen Toscana“, dem Markgräflerland, geht es in diesem Roman um alle Facetten des Lebens und moderner Lebensart aus der Sicht des Alters – Liebe inbegriffen. Ein Höhepunkt ist der Dialog des Erzählers Lennart mit Merets Sohn Max über Sterben und Tod: die „Reise nach Morgen-Land“.

Ruth Gleissner-Bartholdi, Jahrgang 1937, kam nach Russisch-Studium und Übersetzerexamen in Hamburg zum Journalismus. Sie war langjährige Fachkorrespondentin für den Ostblock und China in der Zentrale der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und später Außenpolitik-Redakteurin der Badischen Zeitung, für die sie bis heute als Kolumnistin arbeitet. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, darunter die Romane „Die Katzenschule“, „Die Mitternachtswette“ und „Der halbierte Baum“. Sie lebt seit über 30 Jahren in Badenweiler.

217 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-89155-354-1, Euro 16,–